Riskante Rutschpartie für Radfahrer
Wenn der Winterdienst am Ortsschild endet - FIT macht auf Radpendler-Problem aufmerksam - Sicher ans Ziel kommen
Seit Wochen behindert Schnee und Eisglatte den Verkehr. Und auch in den kommenden Tagen wird sich daran vermutlich nicht viel ändern. Was für Autofahrer schon herausfordernd ist, ist
für Radfahrer derzeit kaum möglich: sicher ans Ziel zu kommen.
Für die Fahrradinitiative (FIT) der Samtgemeinde Tamstedt steht fest: Hier hört der Spaß auf". Die Gruppe macht damit auf den Winterdienst aufmerksam, der zuverlässig spätestens am Ortsschild aufhöre. Beispielhaft hat die Gruppe einige Fotos aus Wilstedt an die Redaktion geschickt. Die Aufnahmen sollen die für Radfahrer schwierige Situation verdeutlichen. Innerorts bemühen sich die Gemeindearbeiter nach Kräften die Geh- und Radwege zu räumen und passierbar zu machen, so Peter Vollhardt von der FIT. Doch außerorts sei die Nutzung der Radwege auch entlang der Kreisstraßen kaum bis gar nicht möglich. Es gibt Leute, die beruflich aufs Rad angewiesen sind", teilt Vollhardt und ergänzt: „Was machen die?“
Außerorts keine spezifische Raumpflicht für Radwege
Landkreissprecherin Christine Huchzermeier teilt auf Anfrage der Redaktion mit: Außerhalb von Ortschaften besteht für Radwege keine spezifische Raum- und Streupflicht. Ist der Radweg
unbenutzbar, dürfen Radfahrende auf die Fahrbahn ausweichen." Zudem sei jeder und jede
eigenständig dafür verantwortlich, seine An- und Rückfahrt zur Arbeit zu planen und die Jahreszeiten und die damit verbundenen möglichen Einschränkungen dabei einzubeziehen.
Radfahrer sollen auf die Fahrbahn ausweichen
Der Hinweis, dass Radfahrer bei nicht geräumten Radwegen auf die Fahrbahn ausweichen sollen, löst bei Peter Vollhardt ungläubiges Lachen aus. „Das ist doch absurd", sagt der Wilstedter, „ich würde es nicht machen." Außerorts und dann bei schwieriger Witterung sowie bei Glätte die Fahrbahn mit Autofahrern zu teilen, hält Vollhardt für sehr gefährlich. Das Radfahren auf der Fahrbahn sei schon innerorts nicht ohne, sagt der FIT-Sprecher. „Außerorts akzeptieren die Autofahrer das nicht. Da wird man weggehupt oder geschnitten“, ist er überzeugt.
Winter- und Raumdienst auf Straßen
Was den Winterdienst auf Straßen betreffe, gelte grundsätzlich: Kommt es durch Schnee, Eisregen oder überfrierende Nasse zu glatten Straßen, können je nach Ausmaß Straßen und Wege nicht befahren werden. Der Landkreis priorisiere die von ihm zu räumenden Straßen und arbeitet sie entsprechend der vorgenommenen Einstufung ab. Gleichwohl sei bei anhaltendem Schneefall nicht auszuschließen, dass einzelne Straßen nicht sofort in gewohnter Weise befahrbar sind, führt Huchzermeier aus.
Kreisstraßen und Brücken haben Priorität
Absolute Prioritat haben demnach die Kreisstraßen, also die Straßen mit Buslinienverkehr, sowie Brücken. Sind diese geräumt, kommen die Nebenstrecken beziehungsweise die Gemeindeverbindungsstraßen an die Reihe. Huchzermeier unterstreicht: „Das Winterwetter in den letzten Wochen erforderte großen Einsatz für unsere Kollegen in den Kreisstraßenmeistereien. Sie waren und sind rund um die Uhr im Einsatz. Da regelmäßig neuer Schnee und auch Eis hinzugekommen sind, wurde sich prioritär um die Hauptverkehrswege gekümmert.
VON SASKIA HARSCHER
Zevener Zeitung, 03.02.2026
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